Christopher Lehmpfuhl: Vor Ort. Neue Bilder

Far­be be­zeich­net ge­mein­hin ei­ne op­ti­sche Qua­li­tät phy­si­scher Er­schei­nun­gen wie auch ei­ne aus Pig­men­ten und Bin­de­mit­teln be­ste­hen­de Sub­stanz, wo­bei Letz­te­res seit je­her zur bild­li­chen Wie­der­ga­be von Ers­te­rem ver­wen­det wird. Im Zu­ge die­ses Vor­gangs wird die Far­be zum zwei­deu­ti­gen Me­dium, wel­ches zwi­schen der ei­ge­nen Be­schaf­fen­heit und der An­mu­tung des Dar­ge­stell­ten os­zil­liert. Selbst- und Fremd­re­fe­ren­tia­li­tät bil­den al­so dem Mal­ma­te­rial in­hä­ren­te Fak­to­ren, aus de­ren Zu­sam­men­spiel sich maß­geb­li­che qua­li­ta­ti­ve Merk­ma­le er­ge­ben. Dass da­hin­ge­hen­de Kri­te­rien e­ben­so wie die ih­nen zu­grun­de­lie­gen­den Kon­ven­tio­nen ei­nem suk­zes­si­ven Wan­del un­ter­lie­gen, lässt sich am Bei­spiel kunst­ge­schich­tli­cher …

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Yongchang Chung und Norbert Frensch: Neue Bilder

Die ak­tu­ell im Mu­se­um Kunst­pa­last ge­zeig­te Aus­stel­lung Black & White geht mit der am­bi­tio­nier­ten Ziel­set­zung ein­her, ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Zu­sam­men­stel­lung schwarz­wei­ßer Kunst­wer­ke von der Re­nais­san­ce bis heu­te im Rah­men ei­ner ho­mo­ge­nen Ge­samt­schau zu prä­sen­tie­ren. Da das blo­ße Kri­te­ri­um der Nicht­far­big­keit un­ter Ein­be­zie­hung al­ler denk­ba­ren An­sät­ze nur be­dingt als struk­tu­rier­te in­halt­li­che Ein­gren­zung funk­tio­niert, wird auch die Fül­le al­ler hier un­ter ei­nen Hut ge­brach­ten Im­pli­ka­tio­nen e­her all­ge­mein ab­ge­han­delt. Pa­ral­lel bie­tet die in fuß­läu­fi­ger Nä­he zum Eh­ren­hof ge­le­ge­ne Ga­le­rie A­net­te Mül­ler die Ge­le­gen­heit, zwei Po­si­tio­nen ken­nen­zu­ler­nen, die im o­bi­gen Kon­text als sinn­vol­le Er­gän­zun­gen …

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Jim Lambie: Both Ends Burning

Die Er­fin­dung des iPhones er­mög­licht es mir, aus­län­di­sche Ra­dio­sen­der in di­gi­ta­ler Qua­li­tät zu hö­ren. Als be­son­de­re Be­rei­che­rung hat sich dies­be­züg­lich BBC6 er­wie­sen, das sich ü­ber eine schicke und be­nut­zer­freund­li­che App ab­ru­fen lässt. Ei­ni­ge der dort auf­tre­ten­den DJs wie Tom Ra­vens­croft, Stu­art Ma­co­nie oder der auch als Sän­ger nicht ganz un­be­kann­te Jar­vis Cocker sind wah­re Pop-Ar­chä­o­lo­gen, die im Rah­men ih­rer Sen­dung­en un­ter­hal­tungs­mu­si­ka­li­sche Aus­gra­bungs­fun­de aus di­ver­sen Re­gio­nen und Epo­chen prä­sen­tie­ren. Dem Ak­tu­a­li­täts­be­zug wird da­bei, e­ben­so wie der in Deutsch­land ver­gleichs­wei­se dog­ma­tisch be­trie­be­nen Schei­dung von Main­stream und Avant­gar­de, e­her ge­rin­ge Re­le­vanz bei­ge­mes­sen.

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Raphael Brunk und Johannes Post: neu ist alles was ich habe

1979 ver­öff­ent­lich­te der bri­ti­sche Schrift­stel­ler Doug­las A­dams sei­nen De­but­ro­man „Per An­hal­ter durch die Ga­la­xis“. Das an tur­bu­len­ter Hand­lung ü­ber­rei­che Buch schil­dert un­ter an­de­rem, wie Au­ßer­ir­di­sche ei­nen Su­per­com­pu­ter ent­wi­ckeln, der im Zu­ge einer 7,5 Mil­lio­nen Jah­re an­dau­ern­den Re­chen­o­pe­ra­tion die Ant­wort auf die Fra­ge „nach dem Le­ben, dem U­ni­ver­sum und dem gan­zen Rest“ er­mit­telt. Das mit Span­nung er­war­te­te Re­sul­tat lau­tet „42“, was die mit der Er­geb­nis­aus­wer­tung be­trau­ten Spe­zia­lis­ten vor die un­lös­ba­re Fra­ge nach dem mit­tler­wei­le längst wie­der ver­ges­se­nen Wort­laut der ur­sprüng­li­chen Fra­ge stellt. Aus die­sem An­lass trifft man da­rauf­hin die Ent­schei­dung, ei­nen …

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Vivian Greven: BUDUMN

Das Ausleben des eigenen Eros durch physische Handlungen oder durch bloße Gedanken und Gefühle ist eine private Angelegenheit. Die Konfrontation mit einer kollektiven Sexualität geschieht hingegen öffentlich. Eine kaum noch verarbeitbare Fülle medial übermittelter Bilder und Botschaften steht für eine exzessive Profanisierung des Sexuellen, die das Private nicht unverändert lässt. Das Filigrane und Individuelle wird dabei vom Rohen und vom Pauschalen überspielt. Um zu verstehen, dass eine Entwöhnung vom Expliziten eine Option zur Sensibilisierung darstellt …

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Jef Geys: Oldenburg

Der ur­bane Trott groß­städ­ti­scher Bahn­hofs­vier­tel ist na­tur­ge­mäß eher von hektisch-ziel­gerich­teter Fort­bewe­gung als von ent­schleu­nigt-be­däch­tiger Bummelei bestimmt. Einige Pas­santen, deren flüch­tiger Blick in den letz­ten Wo­chen durch das Schau­fens­ter eines kalt­weiß aus­ge­leuch­teten Laden­lokals in der Wor­ringer Stra­ße fiel, mögen sich für einen Augen­blick ge­fragt haben, was dort ver­kauft wird und diesen Gedan­ken kurz darauf wieder ver­gessen haben. Andere mögen dieser Frage aus spon­taner Neu­gier nach­gegan­gen sein und das Laden­lokal betre­ten haben.

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Marsha Cottrell

Mitte der 80er Jahre haben mein Va­ter und ich mit vielen Küns­tlern in einer alten Fa­brik in der Acker­straße ge­haust. Im rum­peli­gen Ge­mein­schafts­raum stand ein gro­ßer alter Schwarz­weiß­fern­seher, der nur sel­ten lief. Nach­dem man ihn ein­ge­schal­tet hat­te muss­te man zu­nächst ein Paar Mi­nuten war­ten, be­vor die Röh­re so­weit war, ein Bild zu er­zeu­gen. Wenn man ihn wie­der aus­schal­tete, war wie­derum minu­ten­lang ein heller hori­zonta­ler Strei­fen zu sehen, der sich all­mäh­lich zu einem Punkt in der Mitte zusam­men­zog und ir­gend­wann ver­schwand.

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Lars Teichmann: Poncelle, 2017, Acrylfarbe auf Leinwand, 200x280cm, großformatiges Gemälde mit einer Porträtdarstellung einer jungen dunkelhaarigen Frau

Lars Teichmann: The presence of the souls of strangers and forgotten ones

Der vor kurzem erneut ausgestrahlte Quentin-Tarantino-Film „Inglourious Basterds“ ist ein beliebter Gegenstand medienwissenschaftlicher Analyse. Ein in diesem Kontext besonders hervorgehobener Faktor besteht in der Schlüs­sel­sequenz, die einer fiktiven Abänderung historischer Ereignisse entsprechend die Mas­sa­krierung der gesamten Nazi-Führung im Rahmen einer Kinovorstellung zeigt. Angekündigt wird dieses Ereignis durch einen Monolog der jüdischen Kinobesitzerin Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent), deren Familie …

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