Das Rote Zebra: Eine Künstlergruppe stellt sich vor

Das ZEBRA fängt mit Z an und hört mit A auf
Das Z ist schwarz
Das A ist weiß
Das EBR ist zwischen den Streifen

Dies lässt sich al­ler­dings nicht ü­ber al­le Ver­tre­ter die­ser Spe­zies be­haup­ten. Wer Mit­te No­vem­ber in der Carl­stadt un­ter­wegs war, konn­te das Glück ha­ben, dem ein­zig­ar­ti­gen Exem­plar ei­nes ro­ten Ze­bras zu be­geg­nen. Da­bei han­delt es sich je­doch nicht um ei­nen vier­hu­fi­gen Step­pen­be­woh­ner, son­dern um ei­ne acht­köp­fi­ge Küns­tler-Ko­o­pe­ra­ti­ve, de­ren Wer­ke zur Zeit in der Di­rect Art Gal­lery zu se­hen sind und de­ren Ar­beits­mit­tel­punkt sich …

Schreibe einen Kommentar

FORT: Sweet Sickness

Wie sich beim Zap­pen durch Fern­seh­prog­ram­me, dem Durch­ge­hen von Ra­dio­sen­dern o­der ei­nem Blick auf Buch­hand­lungs­re­ga­le kon­sta­tie­ren lässt, ge­ben Lie­bes­ge­schich­ten ein wie eh und je gän­gi­ges The­ma in­ner­halb un­ter­hal­tungs­kul­tu­rel­ler Gen­res ab, wo­hin­ge­gen sich die Hoch­kunst im Zu­ge der jüng­sten E­po­chen zu ei­ner e­her li­bi­do­frei­en Zo­ne ent­wickelt hat. Dar­stel­lun­gen von Put­ten und Schmet­ter­lin­gen um­spiel­ter, mehr oder we­ni­ger be­klei­de­ter Paa­re, die bis zum An­bruch der Mo­der­ne zum fes­ten Re­per­toire der pro­fa­nen und my­tho­lo­gi­schen I­ko­no­gra­phie ge­hör­ten, lau­fen heu­te Ge­fahr, den Ein­wand der Tri­via­li­tät o­der der Ob­szö­ni­tät zu er­re­gen. Da­bei las­sen sich, wie im Mo­tiv ei­nes Schach­spiels, wel­ches …

Schreibe einen Kommentar

Matthias Wollgast: Terminal Hel

Ei­ne sig­ni­fi­kan­te Ge­mein­sam­keit zwi­schen dem New Yor­ker Bild­hau­er Bill Wechs­ler, dem Im­pres­sio­nis­ten Clau­de Lan­tier und dem blin­den Nach­kriegs­a­vant­gar­dis­ten Ma­nu­el Ka­min­ski liegt in der Tat­sa­che, dass es sich bei ih­nen nicht um re­a­le Per­so­nen, son­dern um li­te­ra­ri­sche Cha­rak­te­re han­delt. Dass die Er­wei­te­rung des schöp­fe­ri­schen Ra­dius’, wel­che sich vom Schreib­tisch aus ü­ber die Fi­gur ei­nes er­fun­de­nen Küns­tlers her­bei­füh­ren lässt, eine gern wahr­ge­nom­me­ne Op­tion dar­stellt, lässt sich pro­mi­nent an­hand ei­ner von Hans Mag­nus En­zens­ber­ger he­raus­ge­ge­be­nen En­zy­klo­pä­die fik­ti­ver Küns­tler von 1605 bis heu­te vor Au­gen füh­ren. In­ex­is­ten­te Küns­tler fer­ti­gen …

Schreibe einen Kommentar

Christopher Lehmpfuhl: Vor Ort. Neue Bilder

Far­be be­zeich­net ge­mein­hin ei­ne op­ti­sche Qua­li­tät phy­si­scher Er­schei­nun­gen wie auch ei­ne aus Pig­men­ten und Bin­de­mit­teln be­ste­hen­de Sub­stanz, wo­bei Letz­te­res seit je­her zur bild­li­chen Wie­der­ga­be von Ers­te­rem ver­wen­det wird. Im Zu­ge die­ses Vor­gangs wird die Far­be zum zwei­deu­ti­gen Me­dium, wel­ches zwi­schen der ei­ge­nen Be­schaf­fen­heit und der An­mu­tung des Dar­ge­stell­ten os­zil­liert. Selbst- und Fremd­re­fe­ren­tia­li­tät bil­den al­so dem Mal­ma­te­rial in­hä­ren­te Fak­to­ren, aus de­ren Zu­sam­men­spiel sich maß­geb­li­che qua­li­ta­ti­ve Merk­ma­le er­ge­ben. Dass da­hin­ge­hen­de Kri­te­rien e­ben­so wie die ih­nen zu­grun­de­lie­gen­den Kon­ven­tio­nen ei­nem suk­zes­si­ven Wan­del un­ter­lie­gen, lässt sich am Bei­spiel kunst­ge­schich­tli­cher …

Schreibe einen Kommentar

Yongchang Chung und Norbert Frensch: Neue Bilder

Die ak­tu­ell im Mu­se­um Kunst­pa­last ge­zeig­te Aus­stel­lung Black & White geht mit der am­bi­tio­nier­ten Ziel­set­zung ein­her, ei­ne re­prä­sen­ta­ti­ve Zu­sam­men­stel­lung schwarz­wei­ßer Kunst­wer­ke von der Re­nais­san­ce bis heu­te im Rah­men ei­ner ho­mo­ge­nen Ge­samt­schau zu prä­sen­tie­ren. Da das blo­ße Kri­te­ri­um der Nicht­far­big­keit un­ter Ein­be­zie­hung al­ler denk­ba­ren An­sät­ze nur be­dingt als struk­tu­rier­te in­halt­li­che Ein­gren­zung funk­tio­niert, wird auch die Fül­le al­ler hier un­ter ei­nen Hut ge­brach­ten Im­pli­ka­tio­nen e­her all­ge­mein ab­ge­han­delt. Pa­ral­lel bie­tet die in fuß­läu­fi­ger Nä­he zum Eh­ren­hof ge­le­ge­ne Ga­le­rie A­net­te Mül­ler die Ge­le­gen­heit, zwei Po­si­tio­nen ken­nen­zu­ler­nen, die im o­bi­gen Kon­text als sinn­vol­le Er­gän­zun­gen …

Schreibe einen Kommentar

Jim Lambie: Both Ends Burning

Die Er­fin­dung des iPhones er­mög­licht es mir, aus­län­di­sche Ra­dio­sen­der in di­gi­ta­ler Qua­li­tät zu hö­ren. Als be­son­de­re Be­rei­che­rung hat sich dies­be­züg­lich BBC6 er­wie­sen, das sich ü­ber eine schicke und be­nut­zer­freund­li­che App ab­ru­fen lässt. Ei­ni­ge der dort auf­tre­ten­den DJs wie Tom Ra­vens­croft, Stu­art Ma­co­nie oder der auch als Sän­ger nicht ganz un­be­kann­te Jar­vis Cocker sind wah­re Pop-Ar­chä­o­lo­gen, die im Rah­men ih­rer Sen­dung­en un­ter­hal­tungs­mu­si­ka­li­sche Aus­gra­bungs­fun­de aus di­ver­sen Re­gio­nen und Epo­chen prä­sen­tie­ren. Dem Ak­tu­a­li­täts­be­zug wird da­bei, e­ben­so wie der in Deutsch­land ver­gleichs­wei­se dog­ma­tisch be­trie­be­nen Schei­dung von Main­stream und Avant­gar­de, e­her ge­rin­ge Re­le­vanz bei­ge­mes­sen.

Schreibe einen Kommentar

Raphael Brunk und Johannes Post: neu ist alles was ich habe

1979 ver­öff­ent­lich­te der bri­ti­sche Schrift­stel­ler Doug­las A­dams sei­nen De­but­ro­man „Per An­hal­ter durch die Ga­la­xis“. Das an tur­bu­len­ter Hand­lung ü­ber­rei­che Buch schil­dert un­ter an­de­rem, wie Au­ßer­ir­di­sche ei­nen Su­per­com­pu­ter ent­wi­ckeln, der im Zu­ge einer 7,5 Mil­lio­nen Jah­re an­dau­ern­den Re­chen­o­pe­ra­tion die Ant­wort auf die Fra­ge „nach dem Le­ben, dem U­ni­ver­sum und dem gan­zen Rest“ er­mit­telt. Das mit Span­nung er­war­te­te Re­sul­tat lau­tet „42“, was die mit der Er­geb­nis­aus­wer­tung be­trau­ten Spe­zia­lis­ten vor die un­lös­ba­re Fra­ge nach dem mit­tler­wei­le längst wie­der ver­ges­se­nen Wort­laut der ur­sprüng­li­chen Fra­ge stellt. Aus die­sem An­lass trifft man da­rauf­hin die Ent­schei­dung, ei­nen …

Schreibe einen Kommentar

Vivian Greven: BUDUMN

Das Ausleben des eigenen Eros durch physische Handlungen oder durch bloße Gedanken und Gefühle ist eine private Angelegenheit. Die Konfrontation mit einer kollektiven Sexualität geschieht hingegen öffentlich. Eine kaum noch verarbeitbare Fülle medial übermittelter Bilder und Botschaften steht für eine exzessive Profanisierung des Sexuellen, die das Private nicht unverändert lässt. Das Filigrane und Individuelle wird dabei vom Rohen und vom Pauschalen überspielt. Um zu verstehen, dass eine Entwöhnung vom Expliziten eine Option zur Sensibilisierung darstellt …

Schreibe einen Kommentar